THE BOX
Hannover
Das leerstehende ehemalige Galeria Kaufhof-Gebäude in der Hannoverschen Altstadt steht sinnbildlich für den Strukturwandel der deutschen Innenstädte und ihre dringend notwendige Transformation. „The Box“ gibt diesem Ort eine neue Antwort: einen offenen, lebendigen Stadtbaustein, der Impulse weit über das Gebäude hinaus setzt. Das mixed-use-Nutzungskonzept wird erweitert um eine hochwertige Dachlandschaft, in der Box-Apartments und großzügig begrünte Freianlagen Wohn- und Aufenthaltsraum bieten. Im Rahmen des Wettbewerbsbeitrags gemeinsam mit CBA Architecture hat CityArc das Konzept für die Dachlandschaft entwickelt – als grüne Krone der urbanen Transformation.
Der Dachgarten gliedert sich in drei charakterstarke Teilbereiche, die gemeinsam ein vielfältiges Erlebnis zwischen Stadtpanorama, naturnahem Rückzugsraum und lebendiger Community schaffen. Vegetationsstreifen fassen die segmentierten Bereiche ein und erzeugen weiche, grüne Übergänge. Verbunden werden die Bereiche über einzelne Brücken. Diese Vernetzung und Gliederung nimmt die Formensprache des Gebäudes auf und bringt sie mit den Box-Apartments zu einem stimmigen Gesamtbild.
Zur Südwestseite öffnet sich der Dachgarten als großzügiges Stadtfenster. Hier übernimmt der Garten die Funktion einer städtischen Promenade: Durch bewusst gesetzte Sichtbeziehungen entstehen präzise Ausblicke auf markante städtebauliche Bezugspunkte. Tribünenartig angeordnete Sitzmöbel laden zum Verweilen ein, Gespräche entstehen, Sonnenuntergänge werden zum Ritual. Im Nordosten verdichtet sich hingegen die Atmosphäre: Entschleunigung und Naturwahrnehmung stehen im Vordergrund. Gitterrostwege lassen die Nutzenden über der Vegetation schweben und machen Retentionsräume sowie den Kreislauf des Regenwassers sichtbar und erlebbar. Im Zentrum liegt der Community-Space als verbindendes Herz, flexibel nutzbar bietet er Raum für informelles Zusammensitzen, kleine Veranstaltungen oder gemeinsames Kochen. Der Community-Garden ergänzt das Angebot um eine produktive, gärtnerische Ebene.
Die Pflanzenauswahl greift Struktur und Gestaltung des Gebäudes auf: An der Fassade bilden Pflanztröge auf den Terrassen und Loggien feine Grünsäume, Rankpflanzen setzen an den robusten Backsteinkernen einen lebendigen Gegenklang zur Glasfassade. Auf dem Dachgarten formt die Bepflanzung die Raumqualitäten im Spannungsfeld von Offenheit und Rückzug: Die Südseite bleibt offen und licht, mit luftiger Unterpflanzung und größeren Baumabständen; im Norden schafft eine dichtere Vegetationskulisse Schutz und Intimität. Das Grün wirkt für „The Box“ also nicht nur ökologisch, sondern es schafft und gestaltet einen Wohlfühlort mitten über der Stadt.
Copyright Perspektiven: CBA Christian Bergmann Architecture, Visualisierer: SLAB






